Online-Workshop „Basiswissen Kinderschutz“ für politische Bildner:innen
Start: October 27, 2025
Ende: October 27, 2025
Online / Zoom
27.10.2025 09:00 – 13:00h
In der politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen – und insbesondere, wenn Themen wie Diskriminierung und Identität im Fokus stehen – kann es vorkommen, dass Teilnehmende von eigenen Erfahrungen mit Gewalt oder Missbrauch berichten. Manchmal geschieht dies ganz unmittelbar im Seminar, manchmal im Vertrauen und mit dem Wunsch, dass dies nicht weitergegeben wird. Für politische Bildner:innen stellt sich dann die Frage: Welche Verantwortung habe ich in dieser Situation? Wie gehe ich mit diesem Vertrauen um, ohne die notwendige Fürsorgepflicht zu vernachlässigen? Und an wen kann ich mich wenden? Um auf solche Situationen vorbereitet zu sein und handlungssicher reagieren zu können, bietet dieser Workshop eine praxisnahe Einführung in die Grundlagen des Kinderschutzes.
Der gesetzliche Schutzauftrag in Fällen potenzieller Kindeswohlgefährdung ist ein zentraler Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe. Auch Institutionen mit politischem Bildungsauftrag und ihre Referent:innen können in ihrem Arbeitskontext mit Situationen in Berührung kommen, in denen Verdachtsmomente für Kindeswohlgefährdung auftauchen und Handlungssicherheit erforderlich ist.
§ 8b (1) SGB VIII eröffnet dabei die Möglichkeit, die Beratung durch eine „insoweit erfahrene Fachkraft“ (iseF) einzubeziehen, um fachlich fundierte und rechtssichere Entscheidungen zu ermöglichen.
Diese Fortbildung vermittelt die hierfür relevanten rechtlichen, verfahrensbezogenen und fachlichen Grundlagen. Teilnehmende vertiefen ihre Kenntnisse im Umgang mit Verdachtsmomenten, reflektieren sowohl ihre individuelle Rolle als auch ihre institutionelle Verantwortung im Rahmen von Schutzkonzepten und erhalten praxisnahe Orientierung für die Einbindung fachlicher Beratung.
Inhalte
- Überblick: Rechtsrahmen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, §§ 8a und 8b SGB VIII)
- Vertiefung: Schutzauftrag nach § 8b (1) SGB VIII
- Aufgaben und Funktion der „insoweit erfahrenen Fachkraft“ (iseF)
- Abgrenzung zu § 8a (4) SGB VIII und § 4 KKG
- Verfahrensabläufe bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung als orientierungsgebender Rahmen
- Reflexionshilfe zur Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten im Bereich politischer Bildung
- Definitionen, Risiko- und Schutzfaktoren, Anhaltspunkte für Gefährdungslagen
- Umgang mit Mitteilungen von Verdachtsmomenten durch Schutzbefohlene
- Beteiligungsorientierte Kommunikation im Spannungsfeld Schutzbedarf und Selbstbestimmungsrecht der jugendlichen Adressat:innen politischer Bildungsarbeit
- Reflexion von spezifischen Herausforderungen und praxisorientierten Fallfragen im Feld politischer Bildung
Zielgruppe
Die Veranstaltung richtet sich an
- politische Bildner:innen, die ihre Handlungssicherheit im Kontext des Kinderschutzes stärken und ihre Praxis reflektieren möchten.
- Multiplikator:innen aus anderen Bildungsfeldern, die ihre Handlungssicherheit im Kontext des Kinderschutzes stärken und ihre Praxis reflektieren möchten.
Lernziele
Die Teilnehmenden
- kennen den rechtlichen Rahmen und die praktischen Implikationen des Schutzauftrages nach § 8b (1) SGB VIII,
- reflektieren ihre Rolle und Verantwortung im Kinderschutz
- erwerben Handlungssicherheit beim Erkennen von Anhaltszeichen von Kinderswohlgefährdung und bei der Einbindung einer „insoweit erfahrenen Fachkraft“ (iseF)
- erhalten Reflexionshilfe bezüglich der Beratungsstrukturen und Zuständigkeiten in der eigenen Institution
Methodik
Der Workshop kombiniert fachlichen Input, kollegialen Austausch, Arbeit in Kleingruppen sowie die gemeinsame Diskussion von eigenen Fragestellungen
Referentin
Petra Hofmann, Dipl. Sozialpädagogin, Erwachsenenpädagogin M.A., Systemische Familientherapeutin und Supervisorin (SG), Systemische Traumapädagogin und Traumafachberaterin, Mediatorin (DACH)
Die Veranstaltung wird durch das BMBFSFJ im Rahmen des Programms Politische Jugendbildung im AdB gefördert.

Dr. Anna Maria Krämer (sie/ihr)
Referentin für politische Bildung
Fokus: Diversität, kritische historische Bildung und Digitalisierung
Tel. 06081 912 73 23
Fax 06081 912 73 29
anna.kraemer@basa.de
