Dance & Politics
Start: 12. Dezember 2025
Ende: 14. Dezember 2025
Bildungsstätte Alte Schule Anspach, Neu-Anspach
Termin: Freitag 12.12.2025, 16:00h bis Sonntag 14.12.2025, 14:00h
Ort: Bildungsstätte Alte Schule Anspach, basa e.V.
Tanz ist politisch. Er ist Ausdruck, künstlerische Praxis, pädagogisches Mittel – und zugleich ein umkämpftes Feld. Im Tanz verhandeln sich Fragen von Körper, Geschlecht, Zugehörigkeit und Macht. Er ist Teil dekolonialer Bewegungen, Ausdruck von Community- und Klassenkulturen und zugleich geprägt von Konflikten um kulturelles Eigentum, Exotisierung und Rassifizierung. Tanz steht damit exemplarisch für gesellschaftliche Auseinandersetzungen – und eröffnet Räume, diese körperlich, sinnlich und gemeinschaftlich zu erforschen.
Ausgangspunkt unseres Wochenendworkshops ist die Frage: Wie lassen sich Tanzmethoden und Politische Bildung miteinander verbinden? Wie können Bewegungs- und Gesprächsmethoden zusammenwirken, sodass Körper und Politik in Austausch treten?
Wir verstehen den Körper als Träger von Wissen – ein Wissen, das sich in Bewegung ausdrückt. Tanzimprovisation und Körperarbeit ermöglichen Erfahrungen, die nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper stattfinden. Konzepte wie Konsens, Respekt oder Teilhabe, die in der politischen Bildung oft abstrakt bleiben, werden auf diese Weise unmittelbar spürbar. Durch die Verbindung von Tanz und politischer Bildung wird dieses Erfahrungswissen zugänglich.
Thematische Schwerpunkte:
- Grenzen setzen, wahrnehmen und wahren – im Zusammenspiel von Raum und Zeit
- Widerstand, Unterstützung und Consent
- Partizipation und Teilhabe
Wir nähern uns diesen Themen über Tanz- und Bewegungsmethoden, die allen offenstehen. Ergänzend befassen wir uns mit der Rolle von Tanz in politischen Bewegungen und geben einen Einblick in Tanzgeschichte.
Am Samstagabend laden wir zu einem offenen Tanzabend ein – unter dem Motto „It’s not my Revolution if I can’t dance“ (Emma Goldmann). Jede:r ist eingeladen, Musik, Stil und eigene Bewegung einzubringen. Was bewegt euch? Was inspiriert euch oder gibt euch Kraft? Der Abend schafft Raum, um diese Fragen tänzerisch zu erkunden.
Der Sonntag ist dem Transfer gewidmet: In Kleingruppen entwickeln die Teilnehmenden konkrete Ideen, wie Tanz und Körperarbeit in politische Bildungsarbeit eingebunden werden können – oder wie politische Themen durch Tanz erfahrbar gemacht werden.
Das nehmt ihr mit:
- Tanz als politisches Medium verstehen: Körper, Geschlecht, Zugehörigkeit und Macht werden sichtbar.
- Körperwissen erfahrbar machen: Abstrakte Konzepte wie Konsens, Respekt und Teilhabe werden sinnlich erlebbar.
- Methodenkompetenz entwickeln: Bewegungs- und Gesprächsmethoden für politische Bildung erproben.
- Reflexion und Transfer: Eigene Positionen und Privilegien reflektieren und Ansätze für die Praxis entwickeln.
Die Referentinnen
Ewelina Zielonka (sie/ihr) ist freischaffende Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin. Ihre Praxis erforscht den Körper als Ort von Wahrnehmung, Begegnung und Erinnerung und basiert auf somatischen Ansätzen, Bewegungstechniken und künstlerischem Ausdruck. Sie ist in zahlreichen Projekten des Zentrums Junger Tanz tätig, darunter MooveON! und Tanz und Basketball machen Schule. Außerdem unterrichtet sie im Fortbildungsprogramm KINDERTANZT! sowie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt in den Bereichen Körperwahrnehmung, Improvisation sowie Musik, Körper und Bewegung in der Schule. www.ezielonka.com
Maike Stemmler (sie/ihr) ist Bildungsreferentin, Tanzpädagogin und arbeitet fokussiert zu FLINTA* Empowerment und Klassismus in der Jungen*arbeit. Sie verbindet kreative, körperliche und kognitive Zugänge, um feministische Bildungsprozesse bewegend und erfahrbar zu machen. Ihre Arbeit ist geprägt von einem sensiblen, empowernden Ansatz aus einer queeren, weißen, cis-weiblichen Perspektive mit nicht-akademischem Hintergrund.
Dr. Anna Maria Krämer (sie/ihr) ist promovierte Politikwissenschaftlerin. Seit 2017 arbeitet sie für die Bildungsstätte Alte Schule Anspach, basa e.V. Dort bringt sie ihre Perspektive auf postkoloniale, feministische und intersektionale Theorie in die Jugendbildungspraxis didaktisch ein. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind diversitätssensible und diskriminierungskritische Bildung, kritische historische Bildung, Digitalisierung sowie Klimagerechtigkeit.
Zielgruppen
Der Workshop richtet sich an politische Bildner:innen, Tänzer:innen, Tanzpädagog:innen, pädagogische Fachkräfte und Interessierte ab 18. Alle Körper sind willkommen – unabhängig von Vorerfahrung oder Konstitution. Wir arbeiten auf Deutsch und Englisch. Eingeladen sind Personen aller Geschlechter. Cis-männliche Teilnehmende bitten wir, den Workshop auch zur Reflexion ihrer (körperlichen) Position und Privilegien zu nutzen.
basa e.V. möchte mit dem Workshop einen diversitätssensiblen und diskriminierungskritischen Raum eröffnen. Die Räumlichkeiten sind rollstuhlgerecht. Bei Fragen oder weiteren Bedürfnissen könnt ihr euch gerne an uns wenden.
Teilnahmebeitrag
Kosten: 50€ und ermäßigt 25€ (nach Selbsteinschätzung)
Im Teilnahmebeitrag sind Unterkunft in Einzel- oder Mehrbettzimmern, Programm und Vollverpflegung enthalten. Die Teilnahme soll nicht am Geld scheitern und deshalb könnt ihr auch ohne Beitrag teilnehmen. Klickt bei der Anmeldung einfach die entsprechende Option an. Es kann mit Begründung eine Förderung zu den Fahrtkosten angefragt werden.
Anmeldefrist: 05.12.2025
Förderung
Die Veranstaltung wird anteilig durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) gefördert. basa e.V. ist anerkannter Träger der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Dr. Anna Maria Krämer (sie/ihr)
Referentin für politische Bildung
Fokus: Diversität, kritische historische Bildung und Digitalisierung
Tel. 06081 912 73 23
Fax 06081 912 73 29
anna.kraemer@basa.de
