What Should our Digital Future look like? - Partnerschaft mit ICJA

Das Schöne an Seminaren, für die man mehr Zeit hat, ist, dass man große Fragestellungen angehen kann. Und die für diese Woche gewählte hätte größer kaum sein können: Wie sollte unsere digitale Zukunft aussehen? Unter diesem Motto durften wir Teilnehmer:innen aus Deutschland und ganz Europa bei uns in der basa begrüßen, um eine Woche lang Themen rund um die Digitalisierung zu besprechen. An dieser Stelle vielen Dank an unsere Partnerorganisation ICJA, an die Bundeszentrale für Politische Bildung und an das Paritätische Bildungswerk Hessen, die dieses außergewöhnliche Programm möglich gemacht haben!

Nach der herausfordernden Anreise aus Armenien, Georgien, Finnland und Co. haben wir die ersten Stunden vor allem für ein gutes Ankommen genutzt – die basa vorstellen, in das Thema hineinschnuppern, Regeln für eine gute Zusammenarbeit etablieren, Interesse wecken und einen ersten Überblick bekommen, wofür sich diese Menschen aus so unterschiedlichen Kontexten überhaupt interessieren innerhalb des Riesenthemas digitale Zukunft.

Ins Thema sind wir am Dienstag unter dem Motto „Living in this Digital World“ gestartet – es wurde direkt deutlich, dass wir viele verschiedene Lebensrealitäten im Hinblick auf die Digitalisierung und damit auch verschiedene Sorgen und Hoffnungen im Raum hatten. Auch die Themen waren vielfältig: Wir haben schon in den ersten Diskussionsrunden über Desinformation, Identität, Politische Kommunikation, Auswirkungen auf Soziale Beziehungen, Künstliche Intelligenz, Zukunftssorgen und Hoffnungen in Bezug auf Digitalisierung sprechen können und diese oft abstrakten Themen sehr lebendig diskutiert. Außerdem haben wir ein World Café durchgeführt, bei  die Teilnehmenden die Präsentation ihrer Erfahrungen in der Jugendbildung in ihrem jeweiligen Herkunftsland mit einigen lokalen Leckereien garnierten.

Der arbeitsintensive Dienstag wurde mit einem thematisch passenden Pubquiz abgeschlossen, das mit einem knappen Sieg des finnisch-serbisch-deutschen Teams endete.

Der Mittwoch war Ausflugstag, wir sind auf einem instabilen RMV-Netz nach Frankfurt gefahren und haben neben der (digitalen) Stadterkundung noch Ausstellung und Workshop über KI und Mode im Museum für Kommunikation besucht. Der Workshop war neben den Inhalten vor allem spannend, weil er KI durch ihre Verwendung erklärt – die Teilnehmer:innen hatten viel Spaß beim Basteln und Prompten, haben nebenbei aber auch inhaltlich viel mitgenommen, einerseits darüber, wie generative KI funktioniert, welche Grenzen und Möglichkeiten sie hat, andererseits darüber, wie sich durch den Einsatz von KI gesellschaftliche Bereiche wie Mode verändern.

Auf den Donnerstag haben wir uns den sehr lebensweltnahen Schwerpunkt „Social Media and Me“ gelegt. Angelehnt an Workshops, die wir mit Jugendlichen durchführen, haben wir – ähnlich wie im Workshop am Vortag – die Verwendung von Methoden mit dem gemeinsamen Nachdenken über sie verbunden. Soziale Medien sind generell ein Thema, das Multiplikator:innen und Jugendliche gleichermaßen interessiert – das Thema ist relatable, egal von welcher Position aus. Vor allem unser Klassiker Insta Who is Who ist bei der Zielgruppe sehr gut angekommen, beispielhaft für das Lob, das wir in der Auswertung für die Vielfalt an Methoden und für die Methoden selbst bekommen haben. Gerade an diesem und am folgenden Tag haben wir aber auch selbst viel gelernt, über Erfahrungen in der Jugendarbeit in ganz Europa, über Reflektion von Vorurteilen auf Sozialen Medien, über politischen Diskurs und vor allem darüber, wie man Soziale Medien nutzen kann, um mit Jugendlichen über Politik zu sprechen. Der zweite Teil des World Cafés hat den Tag abgerundet.

Der Freitag war auch für uns eine Möglichkeit, gemeinsam mit einem etwas anderen Publikum als sonst über Themen unserer Gegenwart zu diskutieren. Wir haben uns mit den möglichen Auswirkungen von Algorithmen und KI auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche auseinandergesetzt – vom Arbeitsmarkt über Sprache, KI in der Politik (beispielhaft diskutiert an Albaniens neuer KI-Ministerin), bis hin zu den Fähigkeiten, die Multiplikator:innen und Jugendlichen im Angesicht von KI & Digitalisierung in Zukunft brauchen werden. Hier haben wir einen weiteren Vorteil langer Programme besonders auskosten können: Man kann im Laufe der Zeit auf mehr und mehr Begriffen und Konzepten aufbauen und auf sie verweisen. Alles greift ineinander und man kann relativ leicht ein tieferes Verständnis von Dingen vermitteln, weil schon so viel gemeinsame Vorarbeit geleistet wurde.

 

Gerade diese beiden Tage haben deutlich auch nochmal dazu beigetragen, dass die Gruppe zusammengewachsen ist. Der Austausch über den eigenen Alltag, die eigene Lebensrealität, Sorgen und Ängste und die Hoffnungen für die digitale Zukunft, natürlich aber auch einfach die gemeinsame Zeit an den Abenden, haben zu einem sehr schönen Gruppengefühl geführt. Jeden Abend wurde geredet, gelacht und getanzt und auch der sehr sentimentale Abschied hat uns gezeigt, dass da etwas zusammengewachsen ist im Laufe der Woche.

Den Samstag wollten wir nutzen, um dem Titel der Veranstaltung nochmal Rechnung zu tragen und die Diskussionen der letzten Tage im Hinblick auf die Zukunft und unsere Vorstellungen von ihr zusammenzufassen. Außerdem haben wir den Wünschen der Teilnehmenden gemäß digitale Tools und Workflows vorgestellt, mit denen sich die technischen Entwicklungen, über die wir die Woche über gesprochen haben, produktiv für das eigene Arbeiten nutzen lassen.

Den Abschluss wollten wir im Angesicht der schwierigen Gegenwart und den aus rationaler Sicht düsteren Zukunftsaussichten in einer assoziativeren, utopischen Form suchen. Hierfür haben wir die Teilnehmenden in verschiedenen Formaten – per Video, Podcast und als Plakat/Kunstwerk – gebeten, ein Bild von der digitalen Zukunft zu zeichnen; wie sie aussehen könnte und sollte. Die Produkte dieser Arbeit zeigen uns, dass die Teilnehmenden einiges mitnehmen konnten und in einen Prozess eingetaucht sind, der neben den Antworten auch immer wieder neue Fragen aufgeworfen hat.

Am Ende blicken wir zurück auf eine tolle Woche, die uns viele Erkenntnisse gebracht hat. Die Gruppe ist eng zusammengewachsen, wir haben uns mit vielen spannenden Themen auseinandergesetzt und das Thema wird in allen von uns weiterarbeiten.

Und eine Wahrheit unserer Arbeit bleibt auch nach dieser Woche bestehen: Wirklich immer hat man am Ende das Gefühl, nicht genug Zeit gehabt zu haben – selbst nach einer ganzen Woche, die wir von morgens bis abends mit Programm gefüllt haben. Vielen Dank an alle, die teilgenommen haben! Es war eine tolle Erfahrung!

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