Start des Medienbildungsprojekts #ForMe – Medienbildung für digitale Selbstbestimmung

Seit Juli 2026 arbeitet der Fachbereich Politische Bildung von basa e.V. an einem neuen Angebot zur Medienbildung: #ForMe – Medienbildung für digitale Selbstbestimmung. Das Projekt läuft bis April 2027 und wird vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI) anteilig gefördert. In dieser Zeit entwickeln wir drei aufeinander aufbauende Seminarmodule und vier neue Methoden, die wir anschließend allen Akteur:innen der politischen und der Medienbildung frei zur Verfügung stellen.

Was machen wir?

Jugendliche verbringen immer mehr Zeit auf digitalen Plattformen und geben zugleich immer häufiger an, unter ihrer eigenen Mediennutzung zu leiden. Zwischen dem, wofür junge Menschen die digitalen Möglichkeiten nutzen möchten, und dem, was sie tatsächlich tun, klafft eine Lücke. Das ist kein Zufall: Plattformen sind bewusst so gestaltet, dass man möglichst viel Zeit auf ihnen verbringt. Negative Folgen für die psychische Gesundheit und die Lebensführung werden bewusst in Kauf genommen.

Besonders betroffen sind Jugendliche, deren Anliegen in der öffentlichen Debatte über Digitalisierung und Plattformregulierung ohnehin kaum vorkommen. Für sie gibt es keine wirksamen Appelle und wenig Unterstützung dabei, ihren Medienkonsum selbstbestimmt zu gestalten. Das wollen wir mit #Forme ändern: Unser Projekt verbindet ein kritisches Verständnis digitaler Plattformen mit der Stärkung individueller Handlungsfähigkeit und schafft einen Raum, in dem Jugendliche eigene Vorstellungen eines selbstbestimmten digitalen Alltags entwickeln können. Das Angebot richtet sich an Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, insbesondere an Klassen der Stufen 9 bis 13 an Haupt-, Real- und Gesamtschulen.

Drei Module, vier neue Methoden

Das erste Modul, „Soziale Medien verstehen“, geht der Frage nach, wie Plattformen entscheiden, was wir auf unseren Bildschirmen sehen und warum wir so viel Zeit an ihnen verbringen, obwohl wir uns dabei oft schlecht fühlen. Die Teilnehmenden erkunden die Funktionsweise sozialer Medien ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen. Im zweiten Modul, „Plattformen & Bedürfnisse“, bringen sie eigene Themen ein: von KI über Musikkonsum bis zu Dating-Apps. In interessenorientierten Kleingruppen recherchieren sie, wie die verschiedenen Dienste aktuell funktionieren, und überlegen, wie Angebote aussehen könnten, die ihren Bedürfnissen besser entsprechen. Das dritte Modul, „Digitale Selbstbestimmung“, bestärkt die Jugendlichen schließlich in ihrer digitalen Souveränität: Sie setzen sich mit ihrer Bildschirmzeit auseinander, unterscheiden zwischen verschiedenen Arten des Konsums und formulieren Wünsche an ihre eigene Mediennutzung. Die Module funktionieren sowohl im Paket als auch einzeln.

Herzstück der Konzeptarbeit sind vier Methoden, die wir im Projektverlauf neu entwickeln. Die erste macht das Prinzip algorithmischer Kuratierung spielerisch erfahrbar und verdeutlicht, wie entschieden wird, was Jugendliche letztlich auf ihren Bildschirmen sehen. Die zweite widmet sich digitalen Plattformen: In Gruppenarbeit denken sich die Teilnehmenden eine fiktive eigene Plattform aus, die nach ihren Wünschen funktioniert. Die dritte Methode fördert gezielt die Auseinandersetzung mit Desinformation, einem gesellschaftlich besonders relevanten Thema. Und die vierte lädt dazu ein, den eigenen Medienkonsum zu reflektieren – bastelnd und spielerisch setzen sich die Jugendlichen mit ihrer Nutzung sozialer Medien auseinander.

Die entwickelten Methoden und Modulkonzepte bilden die Grundlage dafür, dass wir die erprobten Seminarformate auch nach Projektende dauerhaft für Schulen und andere Kooperationspartner anbieten können. In einer Fortbildung geben wir sie zudem direkt an Fachkräfte weiter, die sie in ihrer eigenen Bildungspraxis einsetzen können. Ergänzend erscheint eine Handreichung, in der Modulkonzepte, Erfahrungen aus der Erprobung und Ergebnisse der Evaluation dokumentiert sind.

Interessiert?

Für die Erprobung der Module sowie für die Anwendung und Diskussion unserer Erkenntnisse sind wir weiterhin offen für Kooperationen mit Schulen, Einrichtungen der Jugendarbeit und anderen Bildungsakteur:innen. Wer Interesse an einem oder mehreren Modulen hat oder sich fachlich austauschen möchte, erreicht uns unter bildung@basa.de.

basa e.V., Fachbereich Politische Bildung, Schulstr. 3, 61267 Neu-Anspach, www.basa.de

 

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