Mädchen*-Empowerment

Mädchen* wachsen in einer Gesellschaft auf, in der ihre Stimmen in Schule, öffentlichem Leben und politischen Räumen systematisch weniger Gehör finden. Grenzüberschreitungen, Herabsetzungen und das Schweigen darauf sind keine privaten Probleme, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit.

Obwohl bis heute viele Veränderungen erreicht worden sind, liegt noch ein weiter Weg vor uns. Emanzipatorische Mädchen*arbeit sollte sich immer noch mit alten Fragen beschäftigen und auch mit neuen Themenbereichen wie z.B. Demokratie, Gewalt, Diversität, Dekonstruktion, Diskriminierung.

Das Empowerment-Camp für Mädchen* entstand aus dem Wunsch, einen Safe(r) Space zu schaffen, in dem sie sich kreativ und selbstbestimmt mit anderen Mädchen* austauschen können. Das Camp bietet den Mädchen* einen Raum der Schwesternschaft, in dem sie Gemeinschaft erleben und sich selbst sowie gegenseitig stärken können.

Ein zentraler Bestandteil der pädagogischen Arbeit ist ein intersektionaler Ansatz. Dabei werden die vielfältigen Lebensrealitäten der Mädchen* berücksichtigt und die Uberschneidungen verschiedener gesellschaftlicher Positionierungen, Erfahrungen und Diskriminierungsformen in den Blick genommen. Intersektionalität dient dabei als methodische Grundlage, um individuelle Erfahrungen nicht isoliert zu betrachten, sondern im Zusammenspiel von beispielsweise Geschlecht, Herkunft, Rassismuserfahrungen, sozialer Lage, Alter und weiteren Faktoren zu reflektieren. Diese sich überlagernden Diskriminierungserfahrungen wirken sich unmittelbar auf das Selbstbild, die Handlungsspielräume und die gesellschaftliche Teilhabe der Mädchen* und jungen Frauen* aus.

Unser Hauptziel ist es, das Selbstbewusstsein und die Ich-Identität der Mädchen* und jungen Frauen* zu stärken und sie dabei zu unterstützen, ihr Potenzial zu entfalten, neue Fähigkeiten zu erlernen und eine starke Gemeinschaft aufzubauen. Durch individuelle Bestärkung und kollektive Erfahrungen entwickeln die Teilnehmenden Perspektiven für mehr gesellschaftliche und politische Teilhabe. Sie lernen, ihre Diskriminierungserfahrungen sowie ihre Bedürfnisse und Interessen als Individuen aber auch als Gruppe zu artikulieren und (politische) Handlungsfähigkeit zu entwickeln.

Vom 12. bis 15. Oktober 2026 veranstalten wir unser Mädchen*-Empowerment-Camp unter dem Motto „Mutig, stark, empowert!